Monatsupdate

Monatsupdate Juni 2020

Liebe Investoren und Interessierte,


neben den regelmäßigen Kommentaren auf der Seite des Wikifolios Stock-Picking balanciert gibt es zum abgelaufenen Monat Juni wieder ein ausführliches Update mit den relevanten Zahlen zum Wikifolio sowie einer neuen Einschätzung zum Portfolio und dem Gesamtmarkt. Für die Aufnahme in den Verteiler genügt eine kurze E-Mail an wiki@stock-picking.de mit dem Text “Bitte monatliches Update zuschicken”. Die E-Mail Adresse darf, wie auch der Link zum Wikifolio, gerne an neue Interessierte weitergegeben werden.

Zahlen & Fakten

Das Wikifolio hat im Monat Juni etwas an Outperformance gegenüber dem vergleichbaren ETF auf den MSCI World eingebüßt, liegt allerdings mit YTD 11,12 % (seit Beginn des Jahres) weiter deutlich vor dem Vergleichsindex. Mit dem heutigen Schlusskurs weist das Wikifolio eine positive Rendite von 4,31 % (nach allen lfd. Kosten) für das erste Halbjahr 2020 aus. Im Indexstand des Wikifolio Musterdepots sind bereits alle laufenden Gebühren und Dividenden enthalten, sodass dieser korrekt mit einem thesaurierenden ETF auf Euro-Basis verglichen werden kann. Die Benchmark des iShares Core MSCI World UCITS ETF kommt hierbei zum 30.6. auf -6,82 % seit Jahresbeginn. Im Anhang findet sich die monatliche, grafische Gegenüberstellung des Wikifolios zum angesprochenen MSCI World ETF seit Jahresbeginn. Als Quelle verwende ich hierfür die Chartfunktionen von ARIVA.de und den Handelsplatz L&S RT.

Gesamteinordnung

Der Monat Juni war von einer volatilen Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten geprägt. Die teilweise doch starken Kursschwankungen innerhalb einer Range, wie sie für den DAX beispielsweise zwischen 12000 und 12500 Punkten verläuft, zeigen wie sehr Hoffnung und Angst gegeneinander ankämpfen. Auch der CNN Fear & Greed Index für den amerikanischen Aktienmarkt zeigt sich mit 47/100 im neutralen Bereich. Einerseits sind die Märkte weiterhin von der Hoffnung geprägt, dass sich die V-förmige Wirtschaftserholung fortsetzt und der zwangsläufige Innovationsschub in den Unternehmen in Gang gesetzt wird, andererseits zeigen Wirtschaftsdaten aus anfälligen und schwer belasteten Branchen, wie der Automobilindustrie oder der Luftfahrt, dass die allgemeine Erholung auf wackligen Beinen steht und die Nervosität schnell zurück ist. In einer solchen Seitwärtsbewegung sind die Kursverluste durch den Betrug rund um die Wirecard AG ärgerlich und haben das Wikifolio in diesem Monat mit etwa 6,5 % belastet. Seitdem ich die Position von Wirecard vor einer Woche vollumfänglich verkauft habe,  ist der Fokus mehr denn je, auf die vielseitigen anderen Investmentmöglichkeiten gerichtet. 

Spezifisches Thema: IT-Transformation im deutschen Mittelstand

Im letzten Monatsupdate habe ich darüber berichtet, dass ich ebenfalls wesentliche positive Veränderungen in der Digitalisierung für die IT-Dienstleister SNP und die All for One Group sehe, dies sich aber bisher noch nicht wirklich im Kurs gezeigt hat. Beide Unternehmen meines Aktienportfolios werden in Zukunft am Thema der digitalen Transformation und Umstellung der zugehörigen Unternehmenssoftware intensiv zusammenarbeiten. Den bereits geschriebenen Kommentar möchte ich noch einmal erwähnen:

SNP und die All for One Group haben heute eine bedeutsame Partnerschaft geschlossen. Mit diesen beiden Unternehmen im Portfolio setze ich auf zwei deutsche IT-Dienstleister mit dem Expertise für Unternehmenssoftware und dem Fokus auf SAP Migrationen auf S4/HANA. Die All for One Group hat über 2000 B2B-Kunden aus dem Mittelstand in der DACH-Region, während SNP sich auf softwarebasierte Migrationsprojekte von Großkunden spezialisiert hat. Die Kooperation dieser beiden Unternehmen ist meiner Meinung nach ein tolles Match, denn die von SNP entwickelte Software mit deutlich beschleunigten Projektzeiten trifft nun auf den maßgeblichen Digitalisierungspartner des breiten Mittelstands. Neben dem ursprünglichen Investmentcase, der vornehmlich auf der Einführung von S4/HANA fußt, bietet die neuerliche Kooperation nun vielfältiges Potenzial für beide Seiten. Während dies für SNP die Skalierung der Softwaresubskriptionen vorantreibt, spart All for One vordergründig Zeit- und damit Personalressourcen, sodass mehr Projekte bearbeitet werden können. Außerdem bieten mehrere Vorzeigeprojekte von SNP die Remote durchgeführt wurden eine gewisse Sicherheit und Garantie der Durchführung in der gegenwärtigen Corona-Situation sowie bis zum SAP R/3 Laufzeitende 2027.

Die Meldung von A4O:
https://www.all-for-one.com/de/company/news-presse/detail/abonnement-f%C3%BCr-die-sap-s-4hana-conversion-inklusive-sap-services-und-microsoft-azure-cloud-betrieb-kooperationsvertrag-mit-snp-unterzeichnet.html

Die Meldung von SNP:
https://blog.snpgroup.com/transformation/snp-se-schlie%C3%9Ft-software-partnervertrag-mit-all-for-one-group

Beide Aktien reagierten bereits mit einer positiven Kursentwicklung auf die Meldungen. Zudem setzt sich bei SNP mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass die Softwarelösung sich zum Marktstandard für Migrationen und Transformationen der Unternehmensdaten entwickeln könnte. Die Einführung von S4/HANA bis 2028 wird hier neben allgemeinen Großprojekten aus Mergers & Acquisitons, Carve Outs usw. für eine enorme Veränderung des Geschäftsmodells von SNP sorgen. Während gegenwärtig die Umsätze noch mehrheitlich aus IT Services entstehen, steht hier in den kommenden Jahren zwangsläufig eine starke Veränderung aufgrund des SAP-Beratermangels an. Bereits in Q1 konnte SNP die Software Umsätze um 45,7 % zum Vorjahr steigern, während die IT Services „nur“ um 12,3 % gewachsen sind. Viele Projekte konnten hierbei in den vergangenen Monaten Remote durchgeführt werden. Die Hauptversammlung von SNP fand am heutigen Tag statt, sodass ich nach dem Sichten und Ordnen aller Informationen auch in Kürze einen weiteren Kommentar verfassen werde. In den vergangenen Tagen habe ich bereits bei SNP etwas aufgestockt, sodass diese nun auf 6,8 % Portfolioanteil kommt und nun die All for One Group mit 6 % Anteil leicht übersteigt.

Whats up to come?

Die Cashquote hat sich im Juni durch die Verkäufe von Alphabet und Wirecard etwas erhöht. Ich plane diese kontinuierlich wieder abzubauen, speziell wenn die Märkten allgemein doch etwas nachgeben sollten. Allerdings bieten sich auch gegenwärtig stetig neue Opportunitäten, sodass ich davon ausgehe die Cashquote auch kurzfristig reduzieren zu können. Zu Gewinnmitnahmen werde ich weiterhin nur bei starken Überbewertungen wie beispielsweise gegenwärtig bei The Trade Desk oder Twilio greifen. Bei Unter- oder fairer Bewertung der Unternehmen werde ich in den von mir ausgewählten Unternehmen selbstverständlich langfristig investiert bleiben. 

Mit der Entwicklung hinsichtlich des ersten Halbjahrs 2020 bin ich wirklich zufrieden und gehe aufgrund der vielen guten Marktpositionen bei den Unternehmen optimistisch in die zweite Jahreshälfte.

Viele Grüße,
Heinz Luckhardt

Disclaimer: Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar (§ 85 WpHG). Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Bitte beachten Sie, dass Wertpapiere grundsätzlich mit Risiko verbunden sind und im Wert schwanken können. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.

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