Monatsupdate

Monatsupdate November 2020

Liebe Investoren und Interessierte,


der November hatte einige Überraschungen parat, es geht schnurstracks auf Weihnachten zu und los geht’s mit dem vorletzten Monatsupdate des Jahres zum Wikifolio Stock-Picking balanciert. Seit gestern Abend ist nun auch die passende Webseite unter www.stock-picking.de zu erreichen, auf der nun sowohl die von mir auf wikifolio.com veröffentlichten Kurzkommentare als auch alle Monatsupdates dieses Jahres gebündelt sind. Es darf gerne weitererzählt werden, dass mein Monatsupdate nun über mehrere Kanäle für jedermann zugänglich ist. Gleichzeitig behalte ich selbstverständlich wie gewohnt den Versand per E-Mail zum Ende des Kalendermonats bei. Weiterhin genügt für die Aufnahme in den E-Mail Verteiler eine kurze E-Mail an wiki@stock-picking.de mit dem Text “Bitte monatliches Update zuschicken”.

Zahlen & Fakten

Nach der leichten Korrektur im Oktober, konnte das Wikifolio im November ganze 8,95 % hinzugewinnen. Mit dem heutigen Tagesschlusskurs steht das Wikifolio seit Jahresbeginn (YTD) bei einer Rendite von 28,55 %. Die laufenden Kosten (Zertifikategebühr und Performancegebühr) sowie die Dividenden sind bereits enthalten. Auch gegenüber der Benchmark, dem iShares Core MSCI World UCITS ETF, konnte das Portfolio die Einbußen an Outperformance des Oktobers fast gänzlich wieder aufholen. Dadurch, dass der ETF seit Beginn des Kalenderjahres bei 4,12 % Kursgewinn steht, beträgt die Outperformance gegenüber dem Vergleichsindex nun 24,43 %. Die monatliche Entwicklung ist wie immer der beigefügten Grafik zu entnehmen. Die herangezogene Datenquelle bilden die Chartfunktionen von ARIVA.de unter Verwendung des Handelsplatzes L&S RT.

Gesamteinordnung

Im November haben die internationalen Aktienmärkte ausnahmslos in den Bullenmodus geschaltet. Ob dies nun auf den klaren Ausgang der US-Wahl oder die positiven News eines Corona Impfstoffs mit hoher Wirksamkeit zurückzuführen ist, bleibt Spekulation. Allerdings spricht der CNN Fear & Greed Index aktuell eine klare Sprache und weist mit einem Wert von 88 einen der höchsten Werte des Jahres auf. Diese Euphorie kann unter Beachtung der Coronazahlen und -restriktionen natürlich nicht jeder teilen. Ein erneuter Beleg dafür, dass Realwirtschaft und Finanzmärkte zwei verschiedene Dinge sind. Wie Kostolany bereits einmal sagte, laufen die Kurse an der Hundeleine mal davor und mal laufen sie hinterher.

Hinsichtlich des Portfolios zeigt sich einmal mehr, dass sich die ausgewählten Unternehmen schneller erholen als die Benchmark. Dies werte ich erneut als gutes Zeichen, wenngleich natürlich auch einige meiner hochgewichteten Positionen eine Pause eingelegt haben. Hypoport wird sich im 4. Quartal beweisen müssen, ob man die ambitioniert scheinende Jahresguidance erreichen wird. Amazon legt nach hervorragenden Zahlen und dem wohl besten anstehenden Weihnachtsgeschäft jemals ebenfalls eine Pause in der Kursentwicklung ein. Auch Cegedim bleibt weiterhin (noch) hinter meinen Erwartungen zurück. Dennoch bleibt die Gesamtentwicklung des Portfolios ungebrochen positiv. In einem ausgewogenen, balancierten Portfolio kann so eine phasenweise Underperformance einzelner Werte mehr als ausgeglichen werden. Für mich sind hier auch die Eckpfeiler der verfolgten Anlagestrategie von großer Bedeutung. Dabei sollen keine Gewichtungen einzelner Werte über ca. 10 % entstehen,  unterschiedlichste Branchen miteinbezogen werden und dabei auf Unternehmen aus wirtschaftlich wie politisch stabilen Ländern gesetzt werden. In meinem Jahresabschluss in einem Monat werde ich hierzu noch einmal genauer auf die Portfolioallokation eingehen.

Spezifisches Thema: Der strategische Wert eines Unternehmens

Wie in meinem privaten Aktiendepot verfolge ich auch im Wikifolio einen langfristigen Anlagehorizont. Bei der Bewertung von Aktien spielt für mich der strategische Wert eines Unternehmens eine übergeordnete Rolle. Wie man in dieser Woche anhand von Slack Technologies gesehen hat – Gerüchte um eine Übernahme durch Salesforce haben für einen Kurssprung von über 50 % gesorgt – birgt die Aufdeckung dieses strategischen Wertes enormes Potenzial. Aus meiner Sicht kann dies mehrere entscheidende Gründe haben, auf die ich heute etwas genauer eingehen möchte.
Der Fall Slack, bei dem Salesforce dem Bericht von CNBC zufolge bereits morgen nach Handelsschluss eine Akquisition bekanntgeben wird, ist natürlich in jeder Hinsicht extrem.  Denn Slack weist fast jedes Merkmal auf, welches mir einfällt, damit ein enorm hoher strategischer Preis mit der Bewertung des etwa 27-fachen Jahresumsatzes an der Börse gezahlt wird. Der Weg zum Marktstandard für agile Bürokommunikation, speziell im Umfeld der Softwareentwicklung, ist ein durchaus visibles Ziel. Hinzu kommt, dass der Gründer Stewart Butterfield noch mit an Bord ist und dabei intrinsische Ziele verfolgt, sodass auch dieser erst einmal ausbezahlt werden muss. Alle relevanten Kennzahlen von Slack sind zudem auf höchsten Niveau anzusiedeln. Die Rohmarge beträgt über 86 % und zeigt die sehr geringen produktbezogenen Kosten des Geschäftsmodells auf. Die Net Dollar Retention Rate von 125 % hat auch im schwächelnden letzten Quartal die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells hinsichtlich des Bestandskundenwachstums (25 % Umsatzwachstum mit Bestandskunden) aufgezeigt. Marketing- und Vertriebsaufwände betragen bei Slack gegenwärtig etwa 50 % des Umsatzes, welche direktes Kostensenkungspotenzial bedeuten und den Sprung in die Profitabilität hinzu guten Gewinnmargen ebnen. Salesforce sind diese Argumente wohl gut genug, einen (sehr) strategischen Preis zu bezahlen und so schlagartig den strategischen Wert von Slack, den ich mir für die nächsten Jahre ausgerechnet habe, zu heben. Über die weiteren Entwicklungen bei Slack, die nun maßgeblich an Salesforce und Stewart Butterfield hängen, halte ich euch natürlich auf dem Laufenden.

Whats up to come?

Ich bin sehr gespannt, wie das Börsenjahr zu Ende geht. Eine positive Entwicklung in diesem Jahr hat wohl im März kein Anleger für möglich gehalten und dennoch finden sich natürlich immer auch genug Argumente für steigende Kurse in der Zukunft. Ich freue mich sehr auf ein Jahresfazit am 31.12. und bis dahin wird es spannend sein, welche Unternehmen vor dem Jahresende noch Neuigkeiten zu vermelden haben. Speziell bei HelloFresh werde ich am 10.12. ein Auge auf den Kapitalmarkttag werfen, will man doch einen strategischen Ausblick auf die kommenden Jahre geben. Dies ist besonders interessant, weil einige Analysten aufgrund des hohen Basiswerts aus 2020 dem Unternehmen in 2021 keine großen Wachstumssprünge zutrauen. Wir werden sehen.

Viele Grüße
Heinz Luckhardt

Disclaimer: Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar (§ 85 WpHG). Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Bitte beachten Sie, dass Wertpapiere grundsätzlich mit Risiko verbunden sind und im Wert schwanken können. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.

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