Monatsupdate

Monatsupdate März 2021

Liebe Investoren und Interessierte,

im März hat es nun viele zuvor gut gelaufene Aktien erwischt, aber ehrlich gesagt, war es nun wohl auch „mal an der Zeit“. Und da man die Kursentwicklung sowieso nicht beeinflussen kann, ist es umso besser, dass ich mich in dieser Ausgabe wieder intensiv mit den Unternehmensentwicklungen beschäftigt habe. Speziell in einer Korrektur, welche nun einige Wachstumsaktien erleben, lohnt es sich möglicherweise auf www.stock-picking.de zum einen oder anderen Wert inspirieren zu lassen. Eine gute Möglichkeit meine Handlungen zu verschiedenen Aktien nachzuvollziehen bietet die transparente Darstellung zur aktuellen Portfoliozusammensetzung sowie alle Käufe- und Verkäufe auf wikifolio.com

Zahlen & Fakten

Im März ist das Wikifolio dem Gesamtmarkt hinterhergelaufen. Mit einem Kurs von 151,88 steht das Wikifolio etwas mehr als 9 % unter dem Jahreshoch und seit Jahresbeginn bei einer Rendite von -2,55 %. Die Benchmark des iShares Core MSCI World UCITS ETF konnte sich deutlich besser entwickeln und steht für das erste Quartal mit 11,10 % nun 13,65 % besser da als das Wikifolio. Seit der Veröffentlichung im Juli 2019 beträgt die Outperformance des Wikifolios gegenüber dem ETF jetzt 26,00 %. Die langfristige Entwicklung auf Monatsschlusskursbasis habe ich wie immer in der Grafik dargestellt. Die herangezogene Datenquelle bildet sich aus den Chartfunktionen von ARIVA.de unter Verwendung des Handelsplatzes L&S RT.

Gesamteinordnung

Die Gesamteinordnung fällt dieses Mal kurz aus. Das bestimmende Thema Covid-19 prallt weiterhin auf die Alternativlosigkeit für Kapitalanlagen, der selbst steigende Zinsen wohl erst in einigen Jahren in die Quere kommen sollten. Die Risiken der Corona Pandemie sind für kleine oder stark abhängige Unternehmen offensichtlich, haben aber dafür auch für enormes Neudenken von Unternehmensprozessen und Technologien bei großen Unternehmen gesorgt. Aufgrund der nun anhaltenden Dauer werden viele Verhaltensweisen etabliert. Deshalb sehe ich die gegenwärtige Korrektur von Technologie- und Wachstumswerten lediglich als eine Pause der überdurchschnittlichen Kursentwicklung. Die Rotation am Markt in Valuewerte und Aktien mit Aufholpotenzial zeigt auch, dass das Kapital weiterhin nicht lange an der Seitenlinie steht. Für das Wikifolio habe ich jedenfalls die vorhandenen Cashreserven genutzt, um gezielt Positionen aufzustocken.

Spezifisches Thema: Unternehmenszahlen Deutschland – auf der Suche nach Hidden Champions

Nachdem ich im Monatsupdate Februar genauer auf die Ganzjahreszahlen zum Geschäftsjahr 2020 der amerikanischen Unternehmen im Portfolio eingegangen bin, ist nun der überwiegende Anteil der deutschen Unternehmen an der Reihe. Die Bewertungsmultiples zwischen amerikanischen und deutschen Wachstumswerten gehen weit auseinander, weswegen sich aus meiner Sicht oft ein Blick in den deutschen Nebenwertesektor lohnt.

Zu Beginn des Monats haben die E-Commerce Unternehmen Global Fashion Group und HelloFresh ihre Geschäftsberichte vorgelegt. Als Coronagewinner mit enormen Kurssteigerungen im vergangenen Jahr haben beide natürlich hervorragende KPIs und Nutzermetriken für das Gesamtjahr 2020 erklärt. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr, welcher bei HelloFresh bereits durch den ausführlichen Capital Markets Day im Dezember vorweggenommen wurde, fällt bei beiden Firmen hervorragend aus. Ich kann nachvollziehen, dass speziell diese Aktien derzeit in Sachen Kursentwicklung eine Pause einlegen, da das besondere Augenmerk des Jahresvergleichs vom 1. und 2. Quartal liegen wird. Aus diesem Grund werde ich hier im Mai genauer den Auftakt in das aktuelle Geschäftsjahr betrachten.

Vollends überzeugt haben mich einmal mehr Hypoport und IVU Traffic Technologies. Ich habe schon häufiger gesagt, dass beide Aktien auf absehbare Zeit die größten Positionen bleiben werden und die für mich außerordentlich gut nachvollziehbare Strategie beider Firmen lassen daran auch keinen Zweifel. Dass Hypoport die Umsatzprognose für 2020 knapp verpasst hatte, ist wohl dem unbändigen Optimismus von CEO Ronald Slabke geschuldet, dessen Handschrift in Conference Call und Geschäftsbericht klar zu sehen ist. Als zentrale Steuerungsgröße wird Hypoport sich zukünftig am EBT als Beteiligungsergebnis der Tochtergesellschaften und Plattformen orientieren. Die Weichen sind jedenfalls auf „7, 10 oder 14 Jahre“ (Slabke) weiteres, zweistelliges Wachstum gestellt, unter anderem wegen erneut >40 Mio. € Investitionen in die Plattformen. Wie in 2020 geht man auch für 2021 von einem Marktanteilswachstum von 600 Basispunkten ( 6 % höherer Marktanteil ) aus. Bei IVU misst sich die Unternehmensentwicklung aus meiner Sicht weniger an Marktanteilen, sondern umso mehr an der Vielzahl an Vorzeigeprojekten, welche gegenwärtig bearbeitet werden. Hierfür hat man 2020 kräftig in das Personal investiert, weswegen die Ergebnisentwicklung leicht unterproportional ausgefallen ist. Wer allerdings in seinem Geschäftsbericht schreibt, dass mit einem Auftragsbestand von über 80 Mio. € die Ziele zu einem großen Teil abgedeckt sind und der Fokus (lediglich) auf der Abarbeitung der Aufträge liegt, hat auch einfach andere Sorgen. Wie gut, dass man mehr und mehr Kunden in die Cloud bringt, um den Softwaresupport einfacher zu gestalten und nebenbei noch kräftige Margensteigerungen in Aussicht hat. 

Komplettiert werden die deutschen Unternehmen des Portfolios durch Serviceware, SNP und die All for One Group. Letztere hat aufgrund des verschobenen Geschäftsjahres die Jahreshauptversammlung abgehalten, zu der ich bereits vor drei Wochen einen optimistischen Kommentar verfasst habe. Bei SNP habe ich ebenfalls die kürzliche Unternehmensmeldung kommentiert, warte hier aber für eine weitere Einschätzung auf den Geschäftsbericht, dessen Veröffentlichung auf den 21.4. verschoben wurde. Es bleibt die Firma Serviceware aus Bad Camberg, welche seit dem Börsengang eine beachtliche Internationalisierungsstrategie ihrer verschiedenen Angebote der Servicesoftware verfolgt. Man ist auf einem soliden Weg die Qualität der Umsatzerlöse durch die Cloud-Umstellung deutlich zu heben, auch indem man gut zukauft (Sabio & Cubus, weitere sollen folgen). Mit der Prognose von >10 % Umsatzwachstum für 2021 und weitere, modulare Zukäufe in den nächsten 1,5 Jahren erscheint selbst eine Größenordnung von 100 Mio. Umsatz für 2022 im Bereich des Möglichen. Gemessen an diesem Ziel ist die Aktie aus meiner Sicht mit einem Enterprise Value zu Umsatz von etwa 1,5 gegenwärtig wirklich günstig bewertet. 

Whats up to come?

Nach den Zahlen ist vor den Zahlen. Ende April werden wieder fleißig Ergebnisse des ersten Quartals gemeldet und dann wird es speziell für die Gewinner des vergangenen Jahres spannend, wie überzeugend sie das Wachstum ins neue Jahr tragen können. Einer dieser Gewinner ist auch das Unternehmen Etsy, welches ich neu ins Portfolio aufgenommen habe. Die E-Commerce Plattform für kreative und handgefertigte Produkte hat sich durch die Entwicklung im letzten Jahr eine hervorragende Marktstellung in diesem Segment erarbeitet. Einhergehend mit dieser Entwicklung ist auch die Bewertung der Aktie in die Höhe geschossen. Nachdem nun auch Etsy etwa 25 % vom Allzeithoch verloren hat, ist die Aktie in Kombination mit dem gemeldeten Ausblick interessant geworden. Eine ausführlichere Einschätzung von mir wird es mit den Q1 Zahlen Mitte Mai geben.

Gutes Händchen beim Investieren und bis demnächst!

Viele Grüße
Heinz Luckhardt

Disclaimer: Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Alle Texte sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar (§ 85 WpHG). Sie dienen lediglich der persönlichen Information und geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Bitte beachten Sie, dass Wertpapiere grundsätzlich mit Risiko verbunden sind und im Wert schwanken können. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.

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